Das Wetter auf Teneriffa – ein klimatisches Wunderwerk der Natur

Die größte Insel des Kanaren-Archipels entfaltet auf nur etwa 2.000 km² sage und schreibe 22 Klimazonen. Im Zentrum erhebt sich majestätisch der 3.717 m hohe Vulkan und höchste Berg Spaniens mit Namen „Pico del Teide“. Während der Wintermonate präsentiert er stolz seinen schneebedeckten Gipfel, der von vielen an der Küste gelegenen Orten aus gesehen werden kann. Am beeindruckendsten ist dieser Anblick von den Stränden in Las Américas aus, wo man selbst um die Weihnachtszeit am Strand liegen und die Schneekrone des Teide vor dem azurblauem Hintergrund des meist wolkenfreien Himmels im Badeanzug bewundern kann.

Das Spiel des Teide mit den Passatwinden

Das Wetter auf Teneriffa wird von verschiedenen klimatischen und geografischen Gegebenheiten bestimmt. Der wichtigste Faktor ist dabei das Zusammenspiel zwischen den aus nordöstlicher Richtung eintreffenden Passatwinden und dem hohen Berg in der Inselmitte. Dieser bremst nämlich einen Großteil der Windströme ab und lässt die mit Meereswasser gesättigte Luft bis zum Gipfel hinauf- und auf der anderen Seite wieder herabsteigen. Während dieser „Berg- und Talfahrt“ kühlt die Luft zunächst ab und es entstehen feine Wassertröpfchen, die ab etwa 1.500 m Höhe als Regentropfen herabfallen.

Aus diesem Grund ist der nördliche Teil der Insel öfter in Wolken gehüllt und regnerisch. Dafür ist die Natur jedoch viel vegetationsreicher. Die Berghänge beeindrucken mit satten Grüntönen und die Luft ist klar und frisch.

Da die auf der anderen Seite herabsteigende Luft nach den Regenfällen feuchtigkeitsärmer ist, kann sie mehr Wasser aufnehmen und sich mehr aufwärmen und stattet dadurch den Inselsüden mit einem wolkenlosen, blauen Himmel und ganzjährig warmen Temperaturen aus. Der Kanarenstrom, eine Meeresströmung aus nordöstlicher Richtung, sorgt für frisches, nährstoffreiches Meereswasser um die 22 und konstante Lufttemperaturen von etwa 25 Grad. Selten sinkt das Thermometer im Winter tagsüber schon einmal auf 15 und nachts auf etwa 10 Grad herunter.

Eine Ausnahme stellen die hauptsächlich in den Sommermonaten (Juni – September) auftretenden Calima-Wetterlagen dar. Die Calima ist ein von Osten her wehender Sandwind. Die trockene, warme und mit feinem, orangefarbenem Sand angereicherte Luft sorgt für eine erdrückende Hitze und die Sicht auf die Nachbarinseln und die Berge ist getrübt. Für „Nachteulen“ ist die Calima jedoch ein sehr willkommenes Ereignis, denn sie sorgt für ansonsten eher seltene heiße Sommernächte um die 27 Grad.

Puerto de la Cruz, La Laguna, Santa Cruz, El Médano oder Los Cristianos?

Die Frage könnte auch folgendermaßen lauten: „Öfters bewölkt aber erfrischend und vegetationsreich, oft bewölkt, kühl jedoch sehr lebendig und vielfältig, ausgeglichen und angenehm, warm aber sehr windig oder ganzjährig paradiesisch sonnig?“ Grob gerechnet liegen die Städte bei einer Inselrundfahrt im Uhrzeigersinn jeweils nur etwa 20 Minuten voneinander entfernt, doch das Wetter könnte kaum unterschiedlicher sein. Aber genau das macht den Zauber der Insel aus und jeder kommt auf seinen Geschmack.